Updated: 27.04.2008; 13:41:53.


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 Samstag, 27. März 2004

Am letzten Tag nachmittags stand das Kopftuch auf der Tagesordnung des Gewerkschaftstags der GEW NRW. Genauer gesagt, nicht die Frage des Kopftuchs, sondern die Frage der Integration, die eigentlich Thema sein müsste:

«Antrag einer Resolution des Gewerkschaftstages 2004, 25. - 27. März in Bochum

Mit der Integrationspolitik in NRW ernst machen!

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW sieht in der „Kopftuchdebatte", die nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts auch in NRW geführt wird, eine politische Diskussion, die von den ungelösten Problemen der Integration von Migrantenfamilien ablenkt. Statt die Fragen zu diskutieren,

- was eigentlich Integration verhindert

- warum sich viele muslimischen Familien um ein Vielfaches konservativ-religiöser als in den Herkunftsländern entwickelt haben

- was die Familien in die religiös islamischen Vereine treibt

 suchen einige politisch Verantwortliche die Lösung in Verboten, die gewiss nicht zu besserer Integration sondern zu weiterer Abschottung führen werden.

Die GEW weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Auswirkungen der Landespolitik hin, die die Schülerinnen und Schüler in die Arme der Vereine treibt:

1. Die Stellenstreichungen im Bereich des Muttersprachlichen Unterrichts (MSU) führt zu einer Abnahme des Angebots, insbesondere in den „kleinen" Sprachen wie Arabisch usw. In diese Lücke sind - von der Landespolitik offenbar unbeachtet - die Vereine gesprungen.

2. Der Staat lässt die Eltern im Stich in Bezug auf die religiöse Unterweisung ihrer Kinder, da der bisher nur marginal eingeführte Unterricht in islamischer Religion den Eltern keine Wahl ermöglicht, als ihre Kinder den Vereinen und dem dort betriebenen Unterricht auszuliefern.

3. Die unzureichend betriebene Förderung von schwächeren Schülerinnen und Schülern in den öffentlichen Schulen führt den Vereinen immer mehr Kinder zu, die deren Angebot an MSU und Hausaufgabenhilfe nutzen. Auch diese Angebote nutzen Vereine dazu, um die Mädchen und Jungen im konservativ-islamischen Sinne zu beeinflussen.

Obwohl der Landtag NRW in seinem Beschluss zur „Integrationsoffensive" bereits im Juni 2001 mit Stimmen aller Parteien sich der bekannten Probleme annehmen wollte, verkehrte die praktizierte Politik des Landes die Intention in ihr Gegenteil.

Daher fordert die GEW alle Parteien des Landes auf, endlich ernst zu machen mit einer grundlegenden Integrationspolitik.»

Es kam, wie es kommen musste: Spät und heiß und fettig - das war zu viel. Der Gewerkschaftstag beschloss Nichtbefassung.

Eine Position zum Kopftuch-Berufsverbot zu entwickeln, bleibt der GEW gleichwohl nicht erspart.


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«Deutschland muss noch mehr aufwachen, Reformen durchzuführen»

Horst Köhler, Bewerber um die Lübke-Nachfolge

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